Allgemeine Geschäftsbedingungen
Stand: Oktober 2026
§ 1 Anbieter, Geltungsbereich und Abwehrklausel
(1) Anbieter des Dienstes ist Jascha Helbig, Einzelunternehmer, handelnd unter „LagerCaptain“, Beethovenstr. 37, 22083 Hamburg, E-Mail: support@lagercaptain.com (nachfolgend „Anbieter“ oder „wir“).
(2) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen („AGB“) gelten für alle Verträge über die Bereitstellung und Nutzung der webbasierten Software „LagerCaptain“ („Dienst“, „Plattform“ oder „Software“) zwischen dem Anbieter und dem Kunden (B2B).
(3) Begriffe: Kunde ist der Unternehmer (§ 14 BGB), der mit dem Anbieter einen Nutzungsvertrag schließt (insbesondere der Inhaber eines Kundenkontos, einer Company oder eines Workspaces). Autorisierte Nutzer sind die vom Kunden zur Nutzung des Dienstes eingeladenen Personen (z. B. Mitarbeiter). Ein Workspace ist der mandantengestützte, logisch separierte Arbeits- und Datenbereich des Kunden. Kundendaten sind alle vom Kunden oder seinen Nutzern eingegebenen oder generierten Daten, Bestände und Dateien.
(4) Abwehrklausel: Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden selbst bei Kenntnis nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.
§ 2 Vertragsgegenstand und Leistungsabgrenzung (SaaS)
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden den Dienst als Software-as-a-Service (SaaS) über das Internet zur Nutzung im Webbrowser bereit. Eine Überlassung des Quellcodes oder eine Vor-Ort-Installation auf Kundensystemen ist nicht geschuldet.
(2) Der Leistungsumfang umfasst die cloudbasierte Verwaltung und Organisation von Lagerstrukturen, Beständen, Artikeln, Kommissionier- und Auftragsabläufen, Barcode-/QR-Code-Scans, PDF-Etiketten- und Berichtsgenerierung sowie die Workspace-Rechteverwaltung. Der genaue Leistungsumfang richtet sich nach der aktuellen Produkt- und Tarifbeschreibung.
(3) Die Anbindung an das Internet, die Bereitstellung geeigneter Endgeräte und aktueller Webbrowser sowie die Pflege der betriebsinternen Netzwerke obliegen allein dem Kunden. Individuelle Anpassungen, Schulungen oder Datenmigrationen sind nur bei gesonderter Vereinbarung geschuldet.
(4) Physische Lagersicherheit und Arbeitsschutz: LagerCaptain ist ein digitales Dokumentations-, Kartierungs- und Planungswerkzeug. Die Software führt keinerlei Prüfungen baulicher Gegebenheiten, statischer Tragfähigkeiten von Regalen oder Hallenböden oder der Funktionstüchtigkeit von Flurförderzeugen durch. Alle Angaben (z. B. Maße, Traglasten) sind reine Nutzereingaben. Die Verantwortung für Arbeitsschutz, Unfallverhütung und die physische Lagersicherheit liegt ausschließlich beim Kunden.
§ 3 Vertragsschluss, Testphase und Kontoaktivierung
(1) Die Präsentation der Software auf der Website stellt kein verbindliches Angebot dar. Mit Absenden der Registrierung gibt der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Nutzungsvertrags ab. Der Vertrag kommt mit der Bereitstellung des Zugangs zustande.
(2) Kostenlose Testphase: Der Anbieter stellt für neue Workspaces eine kostenlose Testphase von 14 Tagen bereit. Die Testphase endet automatisch und geht nicht in ein kostenpflichtiges Abonnement über. Ein kostenpflichtiger Vertrag kommt ausschließlich durch eine aktive Buchung durch den Kunden zustande. Nach Ablauf der Testphase kann der Zugriff bis zur Buchung ruhen.
(3) Registrierung und Unternehmensangaben: Die Registrierung eines Nutzerkontos erfordert lediglich eine gültige E-Mail-Adresse und ein Passwort. Autorisierte Nutzer (z. B. eingeladene Teammitglieder oder Lagermitarbeiter) können sich ohne Angabe von Unternehmensdaten registrieren und Workspaces beitreten. Die Angabe von Unternehmens- oder Rechnungsdaten (wie Firmenbezeichnung oder USt-IdNr.) ist bei der Registrierung freiwillig und wird erst bei der Buchung eines kostenpflichtigen Tarifmodells (Tier-Modells) durch den Workspace-Inhaber zur Ausstellung ordnungsgemäßer Rechnungen erhoben.
§ 4 Autorisierte Nutzer und Kontosicherheit
(1) Der Kunde ist verpflichtet, Zugangsdaten vertraulich zu behandeln und vor unbefugtem Zugriff Dritter zu schützen. Bei Verdacht auf Missbrauch ist der Anbieter unverzüglich zu unterrichten.
(2) Der Kunde kann Autorisierte Nutzer in seine Workspaces einladen. Rechte und Pflichten aus dem Nutzungsvertrag bestehen ausschließlich zwischen dem Anbieter und dem Kunden. Der Kunde stellt sicher, dass alle Autorisierten Nutzer die Regeln dieser AGB einhalten, und haftet für deren Handlungen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.
§ 5 Verfügbarkeit, Wartung und Support
(1) Der Anbieter strebt eine durchschnittliche Verfügbarkeit des Dienstes von 99 % im Jahresmittel am Übergabepunkt des Rechenzentrums an. Ausgenommen sind geplante Wartungsfenster, höhere Gewalt sowie Störungen, die außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters liegen (z. B. Ausfälle von Internetknotenpunkten). Ein verbindliches Service Level Agreement (SLA) bedarf einer gesonderten Vereinbarung.
(2) Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit außerhalb üblicher Geschäftszeiten (Mo–Fr 08:00–18:00 Uhr MEZ/MESZ) durchgeführt und bei wesentlichen Beeinträchtigungen vorab angekündigt.
(3) Technischer Support erfolgt werktags in angemessener Frist per E-Mail an support@lagercaptain.com.
§ 6 Pflichten des Kunden und verbotene Nutzungen
(1) Der Kunde verpflichtet sich, den Dienst nicht missbräuchlich oder zu rechtswidrigen Zwecken zu nutzen. Untersagt sind insbesondere Sicherheitsangriffe, Denial-of-Service-Angriffe, das unbefugte automatisierte Auslesen (Scraping), das Einschleusen von Schadsoftware sowie der Weiterverkauf oder die Untervermietung des Dienstes an unberechtigte Dritte.
(2) Bei schwerwiegenden oder fortgesetzten Verstößen gegen Abs. 1 ist der Anbieter berechtigt, den Zugang des Kunden vorübergehend zu sperren. Die Zahlungsverpflichtung des Kunden bleibt im Falle einer berechtigten Sperrung unberührt.
§ 7 Nutzungsrechte und geistiges Eigentum
(1) Sämtliche Rechte an der Software, Datenbankstrukturen, Schnittstellen und Benutzeroberflächen verbleiben ausschließlich beim Anbieter. Der Kunde erhält für die Vertragslaufzeit ein einfaches, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Nutzungsrecht für seine betrieblichen Zwecke.
(2) Alle Rechte an den Kundendaten verbleiben vollumfänglich beim Kunden. Der Kunde räumt dem Anbieter lediglich die für die Erbringung des Dienstes technisch erforderlichen Verarbeitungsrechte ein.
(3) Der Anbieter darf anonymisierte und aggregierte Kennzahlen (die keinerlei Rückschlüsse auf den Kunden, Betriebsgeheimnisse oder Personen zulassen) zur Systemoptimierung nutzen.
§ 8 Vergütung, Zahlungsbedingungen und Preisanpassungen
(1) Alle angegebenen Preise verstehen sich in Euro zuzüglich der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer (Netto-Preise).
(2) Die Vergütung ist für den jeweils gebuchten Abrechnungszeitraum (monatlich oder jährlich) im Voraus fällig. Rechnungen werden elektronisch zur Verfügung gestellt.
(3) Befindet sich der Kunde mit fälligen Zahlungen in Verzug, kann der Anbieter nach Mahnung und angemessener Nachfristsetzung den Zugriff auf den Workspace sperren.
(4) Preisanpassung: Der Anbieter kann die Gebühren für künftige Abrechnungsperioden bei veränderten Kostenfaktoren (z. B. Hosting, Lizenzen, Infrastruktur) mit einer Frist von mindestens sechs Wochen in Textform anpassen. Im Falle einer Erhöhung steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens zu.
§ 9 Laufzeit, Kündigung und Pausierung
(1) Der Vertrag wird für die bei der Buchung gewählte Periode (monatlich oder jährlich) geschlossen und verlängert sich automatisch um denselben Zeitraum, sofern er nicht bis zum letzten Tag des laufenden Abrechnungszeitraums gekündigt wird.
(2) Die Kündigung kann jederzeit einfach und unbürokratisch durch den Workspace-Inhaber direkt in den Profileinstellungen bzw. Workspace-Einstellungen der Software oder in Textform (z. B. per E-Mail an support@lagercaptain.com) vorgenommen werden.
(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
(4) Pausierungsfunktion: Der Inhaber kann aktive Workspaces für bis zu 12 Monate pausieren. Während der Pausierung bleiben alle Kundendaten unverändert gespeichert. Reaktiviert der Kunde den Workspace vor Ablauf der Frist, wird er wieder aktiv. Erfolgt keine Reaktivierung, greift § 10 entsprechend.
§ 10 Datenexport, Anbieterwechsel (EU Data Act) und Löschung
(1) Der Kunde kann seine Kundendaten während der Vertragslaufzeit jederzeit über die integrierten Export- und Backup-Funktionen in offenen, maschinenlesbaren Formaten (vollständiges JSON-Backup des Workspaces sowie tabellarische CSV-Exporte) herunterladen.
(2) Anbieterwechsel (EU Data Act): Gemäß den Vorgaben des EU Data Acts unterstützt der Anbieter den unterbrechungsfreien Wechsel zu einem anderen Dienstleister oder in eine eigene IT-Infrastruktur innerhalb einer Übergangsfrist von 30 Tagen durch Bereitstellung der offenen Exportformate. Es werden keine gesonderten Wechselentgelte erhoben.
(3) Nach Vertragsbeendigung oder Löschung eines Workspaces hält der Anbieter die Kundendaten für einen Abrufzeitraum von mindestens 30 Tagen zur Sicherung bereit. Nach Ablauf dieser Frist werden die Daten unwiderruflich gelöscht, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungsfristen entgegenstehen.
§ 11 Mängelansprüche (Gewährleistung)
(1) Der Anbieter gewährleistet die Funktionsfähigkeit des Dienstes gemäß der Leistungsbeschreibung. Mängel sind dem Anbieter unverzüglich in nachvollziehbarer Textform unter Angabe der Fehlersymptome anzuzeigen.
(2) Ausschluss der Garantiehaftung: Die verschuldensunabhängige Haftung des Anbieters für anfängliche Mängel nach § 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB ist ausgeschlossen.
(3) Mängelansprüche verjähren innerhalb von 12 Monaten ab Bereitstellung bzw. Kenntnis, außer in den Fällen des § 12 Abs. 1.
§ 12 Haftung und Haftungsbegrenzung
(1) Unbeschränkte Haftung: Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, für Schäden aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, bei arglistigem Verschweigen eines Mangels sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.
(2) Haftung bei Kardinalpflichten und Haftungsdeckel: Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf (Kardinalpflicht), ist die Haftung auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden begrenzt. Der Höhe nach ist die Haftung bei leichter Fahrlässigkeit auf den Betrag begrenzt, den der Kunde in den letzten zwölf Monaten vor Eintritt des schädigenden Ereignisses an den Anbieter gezahlt hat.
(3) Unentgeltliche Nutzung: Bei unentgeltlicher Nutzung (z. B. während der Testphase) ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit gemäß §§ 521, 599 BGB ausgeschlossen.
(4) Datensicherung: Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter bei leichter Fahrlässigkeit nur in Höhe des Aufwands, der bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Datensicherung durch den Kunden über die Exportfunktionen zur Wiederherstellung erforderlich gewesen wäre.
§ 13 Datenschutz und Auftragsverarbeitung (AVV)
(1) Verarbeitet der Kunde im Rahmen der Nutzung von LagerCaptain personenbezogene Daten Dritter (z. B. Mitarbeiter- oder Lieferantendaten), ist der Kunde Verantwortlicher im Sinne der DSGVO.
(2) Für diesen Fall gilt der unter https://lagercaptain.com/avv bereitgestellte Auftragsverarbeitungsvertrag gemäß Art. 28 DSGVO einschließlich der technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) und der Liste der Subunternehmer als verbindlich vereinbart.
§ 14 Ausschluss von Verbraucherrechten
(1) Da dieser Vertrag ausschließlich zwischen Unternehmern geschlossen wird, finden gesetzliche Vorschriften über das Verbraucher-Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen (§ 312g, § 355 BGB) keine Anwendung.
§ 15 Änderungen der AGB
(1) Der Anbieter behält sich vor, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft anzupassen, sofern triftige Gründe vorliegen (z. B. Änderungen der Rechtslage oder technische Neuerungen). Die Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor ihrem Inkrafttreten in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von sechs Wochen, gelten die Änderungen als genehmigt. Hierauf wird in der Benachrichtigung gesondert hingewiesen.
§ 16 Schlussbestimmungen und Gerichtsstand
(1) Anwendbares Recht: Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
(2) Gerichtsstand: Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters (Hamburg).
(3) Vertragsübertragung: Der Anbieter ist berechtigt, die Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag auf ein verbundenes oder rechtsnachfolgendes Unternehmen (z. B. im Zuge einer Umfirmierung oder GmbH-Gründung) zu übertragen, sofern der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird. Der Kunde wird hierüber mindestens vier Wochen vorab in Textform informiert.
(4) Sprachfassung: Diese AGB liegen auf Deutsch und Englisch vor. Bei Auslegungsfragen oder Unklarheiten ist die deutsche Fassung maßgeblich.
(5) Salvatorische Klausel: Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht.
